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2009 Unwort des Jahres
betriebsratsverseucht
Begründung der Jury:
Vedeutlicht den rauen Umgang mit Arbeitnehmerrechten. Das TV-Zitat stammt von einem Mitarbeiter einer Baumarktkette.
Weitere Unworte: Flüchtlingsbekämpfung (Zitat von Bundeskanzlerin Angela Merkel.), intelligente Wirksysteme (Munition), Bad Bank (Zur Bündelung schlechter Finanzpapiere.) 2008 Unwort des Jahres
Notleidende Banken
Begründung der Jury: Der Begriff stelle das Verhältnis von Ursachen und Folgen der Weltwirtschaftskrise rundweg auf den Kopf.
Weitere Unworte: Rentnerdemokratie 2007 Unwort des Jahres
Herdprämie
Begründung der Jury: Das Wort diffamiert Eltern, insbesondere Frauen, die ihre Kinder zu Hause erziehen, anstatt einen Krippenplatz in Anspruch zu nehmen. Ebenfalls beleidigend sind in dem Zusammenhang "Aufzuchtprämie", "Gluckengehalt" und "Schnapsgeld".
Weitere Unworte: klimaneutral (verharmlosend für mehr CO2-Belastung), "entartet" (Zitat von Kardinal Meisner für Kunst und Kultur, die ihre religiöse Bindung verliert), 2006 Unwort des Jahres
Freiwillige Ausreise
Begründung der Jury: Meint in Abgrenzung zum amtlichen Begriff Abschiebung, der Zwangsmaßnahmen beinhaltet,die Konsequenz aus der „intensiven Beratung“ abgelehnter Asylbewerber in den sogenannte Ausreisezentren, die Bundesrepublik doch lieber von selbst wieder zu verlassen. Die Freiwilligkeit einer solchen Ausreise darf in vielen Fällen bezweifelt werden.
Weitere Unworte: Konsumopfer (für "Hungermodels") und Neiddebatte (um Managermillionenbezüge zu rechtfertigen). 2005 Unwort des Jahres
Entlassungsproduktivität
Begründung der Jury: Verschleiert die Mehrbelastung von Mitarbeitern, deren Kollegen entlassen wurden. Die verbliebenen Angestellten müssen die gleiche Produktionsleistung erbringen.
Weitere Unworte: Ehrenmord und Bomben-Holocaust 2004 Unwort des Jahres
Humankapital
Begründung der Jury: Degradiert Menschen zu nur noch ökonomisch interessanten Größen.
Weitere Unworte: Begrüßungszentren (Mit dem Verniedlichenden Begriff hat Innenminister Otto Schily Auffanglager für afrikanische Flüchtlinge bezeichnet.), Luftverschmutzungsrechte (ökologisches Unding, das das Gefühl vermittlelt Treibhausemmissionen seien unbedenklich) 2003 Unwort des Jahres
Tätervolk
Begründung der Jury: Grundsätzlich inakzeptabler Kollektivschuldvorwurf; als potentiell möglicher Vorwurf gegen Juden bei Martin Hohmann (Ex-CDU) schlicht antisemitisch.
Weitere Unworte: Angebotsoptimierung (beschönigend für Dienstleistungsabbau), Abweichler (Diskriminierung von Abgeordnete, die nach IHREM Gewissen entscheiden) 2002 Unwort des Jahres
ICH-AG
Begründung der Jury: Reduzierung von Individuen (als Aktiengesellschaft?) auf sprachliches Börsenniveau.
Weitere Unworte: Ausreisezentrum (Behördenjargon für Sammerllager), Zellhaufen (Bezeichnung für menschlichen Embryo) 2001 Unwort des Jahres
Gotteskrieger
Begründung der Jury: Kein Glaube an einen Gott, gleich welcher Religion, kann einen Krieg oder gar Terroranschläge rechtfertigen.
Weitere Unworte: Kreuzzug (für Militärschlag), Topterroristen, therapeutisches Klonen, Gewinnwarnung. 2000 Unwort des Jahres
National befreite Zone
Begründung der Jury: Menschenverachtender Begriff von rechtsradikalen Jugendlichen. Mit dem Begriff (auch: "zeckenfreie Zone") werden auf zynische Weise Gebiete und Orte umschrieben, aus denen durch terroristische Übergriffe Ausländer und Angehörige anderer Minderheiten vertrieben wurden und die Einwohner durch Einschüchterung daran gehindert werden, sich noch offen gegen diesen Terror zu wehren.
Weitere Unworte: "überkapazitäre Mitarbeiter", Separatorenfleisch, "Dreck Weg!" (CDU-Wahlslogan in Darmstadt), Leitkultur 1999 Unwort des Jahres
Kollateralschaden
Begründung der Jury: Bezeichnung der NATO für die zivilen Opfer des Kosovo-Kriegs. Sie lenke mit ihrer "imponierenden Schwerverständlichkeit vom schlimmen Inhalt diese Bennenung ab und verharmloste (...) die militärischen Verbrechen (...) als belanglose Nebensächlichkeit".
1998 Unwort des Jahres
Sozialverträgliches Frühableben
Begründung der Jury: Ärztepräsident Karsten Vilmar hatte sich im Dezember 1998 geäußert: "Dann müssen die Patienten mit weniger Leistung zufrieden sein, und wir müssen insgesamt überlegen, (...) ob wir das sozialverträgliche Frühableben fördern müssen." Als blanken "Standesegoismus", und eines Sprechers der Ärzteschaft unwürdig rügte die Jury diese Aussage.
1997 Unwort des Jahres
Wohlstandsmüll
Begründung der Jury: Der ehemalige Nestle-Konzernchef Helmut Maucher hatte damit arbeitsunwillige und kranke Menschen bezeichnet, die den Sozialstaat ausnutzen und zu Drogen greifen. Die Jury wählte diese Formulierung zum Unwort des Jahres, weil damit ein "Gipfel in der zynischen Bewertung von Menschen ausschließlich nach ihrem Marktwert" erreicht sei.
1996 Unwort des Jahres
Rentnerschwemme
Begründung der Jury: Dieses Wort stelle ein falsches, angstauslösendes Naturbild für einen sozialpolitischen Sachverhalt dar.
1995 Unwort des Jahres
Diätenanpassung
Begründung der Jury: Die Diskussion um die Bezahlung und Versorgung von Bundestagsabgeordneten führte dazu, daß das Wort "Diätenanpassung" von der Jury zum Unwort des Jahres 1995 erklärt wurde. Mit diesem Wort solle ein Sachverhalt schöngefärbt und heruntergespielt werden.
1994 Unwort des Jahres
Peanuts
Begründung der Jury: Der Aufsichtsratsvorsitzende und ehemalige Chef der Deutschen Bank, Hilmar Kopper, geringschätzig über offene Handwerkerrechnungen in Höhe von rund 50 Millionen Mark im Zusammenhang mit der Pleite des Immobilienunternehmers Jürgen Schneider.
1993 Unwort des Jahres
Überfremdung
Begründung der Jury: Es handelt sich um ein Scheinargument gegen Zuzug von Ausländern.
1992 Unwort des Jahres
Ethnische Säuberung
Begründung der Jury: Verharmlosende Propagandaformel im ehemaligen Jugoslawien.
1991 Unwort des Jahres
Ausländerfrei
Begründung der Jury: Fremdenfeindliche Parole in Hoyerswerda.
Offizieller Link: Unwort des Jahres
Mit dem Unwort des Jahres kritisiert eine Jury der Universität Frankfurt am Main Begriffe, die häufig benutzt wurden, aber einen Sachverhalt beschönigen und in ungeeigneter Weise verharmlosen. Die Begriffe werden von Bürgern vorgeschlagen.
Die Unwort-Jury ist seit 1994 unabhängig, bis dahin wurden Wort und Unwort von der Gesellschaft für deutsche Sprache ausgelobt. Für alle unbekannten Buchstaben "-" einsetzen (Zum Beispi-l).
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